Wechselwirkung

Welche Wechselwirkungen zwischen Verpackung und Füllgut sind möglich?


Über 90% der Lebensmittel, die in Westeuropa in den Handel kommen, sind verpackt. Der Schutz des Verbrauchers gebietet es, dass die Verpackungen keine Kontamination des Füllgutes verursachen. Dies kann nur durch eine sorgfältige Auswahl aller Komponenten erreicht werden.

Eine Wechselwirkung zwischen Verpackung und Füllgut kann auf dreierlei Weise zustande kommen:

 


Produktionsbedingt hat – im Stapel oder in der Rolle – in der Druckmaschine die dem Füllgut zugewandte Seite einen Kontakt mit der bedruckten Seite. Dabei ist ein Übergang von farblosen und damit visuell nicht erkennbaren Druckfarben-Bestandteilen, z. B. von Lösemitteln, möglich. Dieser Übergang wird als „invisible set off“ bezeichnet. Diese Stoffe kommen mit dem Füllgut in Kontakt und können dann auf das Lebensmittel übergehen. Bei invisible set-off handelt es sich jedoch nicht um sichtbares Abklatschen.




Niedermolekulare Stoffe aus der Farb- bzw. Lackschicht können durch den Bedruckstoff migrieren und damit auf das Lebensmittel gelangen. Genauso können Stoffe aus dem Bedruckstoff auf das Lebensmittel migrieren.





Darüber hinaus können auch flüchtige Stoffe in dem geschlossenen Luftraum einer Verpackung über die Gasphase auf das Lebensmittel übergehen und zu einer Belastung bzw. zu einer Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigung führen.
Bisher wurde überwiegend die Vermeidung von geruchlichen und geschmacklichen Veränderungen durch den Luftraum untersucht. Eine Erfassung und Minimierung der Stoffübergänge durch „invisible set-off“ und Migration ist relativ neu.




Bisher wurde überwiegend die Vermeidung von geruchlichen und geschmacklichen Veränderungen durch den Luftraum betrachtet. Eine Erfassung und Minimierung der Stoffübergänge durch Abklatschen („invisible set off“) und Migration ist relativ neu. 

Faltschachteln und teilweise auch Einwickelpapiere werden in Europa überwiegend im Bogenoffset bedruckt. Standardfarben enthalten in der Regel als Lösemittel Mineralöle bzw. niedermolekulare Fettsäureester. Karton bzw. Papier stellen für diese Stoffe keinerlei Barriere dar. Eine Migration durch den Bedruckstoff auf das Füllgut ist somit zusätzlich zum invisible set off möglich.

Neben einem hohen Migrationspotenzial in Papier und Karton zeigen diese Stoffe jedoch auch ein hohes Migrationsverhalten durch Polyolefinbeschichtungen/ - beutel. Dies bedeutet, dass PE- bzw. PP - Beschichtungen bzw. Innenbeutel aus Papier, OPP- oder PE-Folien keine Barriere für diese Substanzen darstellen. Selbst zu dünne PET- oder Aluminiumfolien sind keine ausreichende Barriere. 

Ein Stoffübergang von Druckfarben-Bestandteilen auf das Füllgut aus der im Offset bedruckten Faltschachtel kann deshalb auch bei Verpackungen, bei denen sich das Lebensmittel in einem Papier, OPP, PE- Beutel befindet, nicht ausgeschlossen werden. Bei sensorisch empfindlichen Lebensmitteln, ist eine Geschmacksveränderung möglich.
 
Weitere Informationen zum Thema „Konformität von Lebensmittelverpackungen“
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